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e-connected - Initiative für Elektromobilität und nachhaltige Energieversorgung

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Interview mit GF Alois Schößwendter

Alois Schößwendter (c) Salzburg AGElectroDrive Salzburg macht mobil
 
Seit Dezember 2009 ist Salzburg Modellregion für Elektromobilität des Klima- und Energiefonds. Damit ist Salzburg eines der Vorzeigebundesländer in Österreich. ElectroDrive Salzburg vertreibt in enger Zusammenarbeit mit dem Fahrzeughandel die neuesten Elektroautos und kümmert sich um maßgeschneiderte Lösungen für sicheres und ökologisches Laden. Im Gespräch mit e-connected zieht Alois Schößwendter, Geschäftsführer der ElectroDrive Salzburg GmbH Bilanz.
 
e-connected: Wie funktioniert das Geschäftsmodell der Mobilitätskarte bei ElectroDrive?
 
Alois Schößwendter: ElectroDrive Salzburg bietet seit Anfang 2009 Elektromobilitätsprodukte an. Um den Markt anzustoßen, haben wir anfangs noch mit E-Bikes, E-Rollern, Segways und später E-Autos gehandelt. Mittlerweile haben wir uns wie geplant auf den Ausbau der Infrastruktur und die Kooperationen mit dem Autohandel konzentriert. Wir sind eine Art Kompetenzcenter zu Elektromobilität und beantworten alle Fragen von der Fahrzeugwahl bis zur Förderung. Im Autohaus kann man Ladepakete von uns zusätzlich zum E-Auto erwerben: Darin sind eine Heimladestation samt Montage, die Überprüfung der E-Installation und die Ökostromversorgung enthalten. Für einen geringen monatlichen Aufpreis erhält man eine DriveCard, mit der man an allen öffentlichen Ladestationen von uns laden kann. Mehr: electrodrive-salzburg.at
 
e-connected: Wie kommen die Nutzerinnen und Nutzer zu den E-Fahrzeugen und wie viel kostet es?

Alois Schößwendter:
Wir beraten die Kunden über die am Markt verfügbaren Fahrzeuge und stellen dann den Kontakt zu den jeweiligen E-Autohändlern her. Die E-Fahrzeuge erhalten die NutzerInnen ausschließlich im Handel. Auf den Preis der Fahrzeuge haben wir natürlich keinen Einfluss. Die Preise für Elektroautos sind in den letzten Monaten jedoch merklich gesunken und es gibt speziell in der Modellregion Salzburg sehr gute Möglichkeiten zur Förderung der Anschaffung eines E-Autos.

e-connected: Wie wirken sich Elektrofahrzeuge auf den Stromverbrauch Ihrer Modellregion aus?

Alois Schößwendter: Minimal. Wir haben uns ausgerechnet: wenn 20% der PKW in Salzburg von heute auf morgen durch E-Fahrzeuge ersetzt würden, würde der Stromverbrauch nur um rund 3% ansteigen. Wenn wir wissen, dass der Stromverbrauch jährlich ohnehin zw. 1,5 und 3% steigt, ist das vernachlässigbar. Denn man spart im Gegensatz unglaublich viel Öl ein, das anderswo besser verwendet werden kann. Z.B. in der Medizin. Außerdem sorgen wir dafür, dass der von den von uns in Salzburg initiierten E-Fahrzeugen verbrauchte Strom in neuen Photovoltaikanlagen und Biogaskraftwerken zusätzlich neu erzeugt wird.

e-connected: Wie waren die Reaktionen auf ElectroDrive-E-Fahrzeuge?


Alois Schößwendter:
Durchwegs positiv, man fällt noch immer sehr auf mit einem E-Auto.

e-connected: Mit welchen Schwierigkeiten war oder ist ElectroDrive konfrontiert?

Alois Schößwendter: Die Preise der Fahrzeuge waren und sind zum Teil das größte Problem: Wobei Förderungen und Preissenkungen die E-PKW mittlerweile so günstig wie nie zuvor machen.

e-connected: Woher kommt die Energie für ElectroDrive?


Alois Schößwendter:
Wir haben zwei Photovoltaik auf unseren Betriebsstätten und zwei Biogaskraftanlagen errichtet.

e-connected: Welche Ziele verfolgt ElectroDrive?


Alois Schößwendter:
Wir möchten intensiv mit dem Fahrzeughandel kooperieren und gemeinsam sicheres und ökologisches Laden von E-Autos gewährleisten.

e-connected: Wie sieht Ihre aktuelle Bilanz aus?


Alois Schößwendter:
Wir haben bisher rund 1.000 E-Zweiräder und über 140 E-Autos in Salzburg auf die Straße gebracht. Mehr als 60 öffentliche Ladestationen und mehr als 70 Heimladestationen stehen für das Aufladen dieser E-Fahrzeuge zur Verfügung. Den dafür erforderlichen Strom erzeugen wir aus 2 neuen Photovoltaikanlagen und aus 2 Biogaskraftwerken.

e-connected: Wie sieht die Versorgung mit Ladestationen momentan aus und was ist noch geplant? Wie ist die Nachfrage nach Ladestationen von Endnutzer und potentiellen Ladestationsbetreibern?


Alois Schößwendter:
Die Beladung von E-Fahrzeugen erfolgt hauptsächlich im privaten Bereich. Hier kommt den Kunden unser Angebot an Heimladestationen sehr entgegen und wir auch sehr gut angenommen. Die öffentlichen Ladestationen sind für die Akzeptanz der E-Mobilität sehr wichtig, werden allerdings selten genutzt. Zukünftig sehen wir verstärkt Wohnbauträgern und Betreiber von Tiefgaragen als Partner im Ladestationsbereich.

e-connected: Ist das Thema Reichweite von Elektrofahrzeugen für die tatsächlichen Nutzer ein Problem im Alltag?


Alois Schößwendter:
Es ist ein gefühltes Problem: Wir kaufen alle Autos für eine einmal im Jahr stattfindende Fahrt nach Italien in den Urlaub. Die meiste Zeit fahren wir max. 40 Kilometer am Tag. Uns geht es um intelligente Nutzungsmöglichkeiten: das richtige Fahrzeug für den richtigen Zweck.

e-connected: Wo liegt Ihrer Meinung nach der Erfolgsfaktor von ElectroDrive?


Alois Schößwendter:
Wir kennen und schätzen unsere Partner – die Autohändler. Gemeinsam arbeiten wir an etwas großem Neuen und sind damit der Motor einer neuen Generation.

e-connected: Danke für das Gespräch.


Alois Schößwendter © ElectroDrive Salzburg

Das Interview wurde im August 2012 geführt.